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Die Sage vom Walchsee:
Vor vielen, vielen Jahren gab es am Platz des heutigen Walchsees einen
großen Wald. Es war ein besonderer Wald mit vielen wertvollen Tieren
und seltenen Pflanzen. An den gegenüberliegenden Rändern des Waldes
lebten zwei Bauern. Jeder Bauer beanspruchte den Wald als seinen
Besitz. Zuerst diskutierten sie, später schrien und beschimpften sie
einander. Den Kindern wurde verboten miteinander zu sprechen geschweige
denn zu spielen. Dann redeten sie kein Wort mehr miteinander, wenn
einer den anderen im Dorf sah, ging er auf die andere Seite des Weges.
Der Streit wurde schlimmer und schlimmer. Eines Tages trafen sich die
beiden Bauern in „ihrem“ Wald. Sie begannen sofort zu streiten. Dann
gab es einen langen Kampf und keiner wollte aufgeben. Plötzlich wurde
der Himmel dunkel. Es blitzte und donnerte. Dann hörten die Familien
der Bauern nur einen lauten Knall. Dann war es still. Wo die beiden
Bauern miteinander gekämpft hatten, war nun eine Quelle. Bald war der
ganze Wald verschwunden und es gab nur mehr einen großen See. Die
beiden Bauern hat man nie mehr gesehen. Das Wappen von Walchsee
Historisches:
Walchse um 1900 mit Blick auf den Ortskern vor 1900: Das Dorf Walchsee dürfte seinem Namen nach sehr alt sein. Der Name Walchsee deutet darauf hin, dass abseits von den Siedlungen der germanischen oder deutschen Baiern Walchen, d.h. Romanen, romanisierte Illyrer oder Kelten gehaust haben. Der Name Walchsee wird in den Urkunden aus dem 14. und 15. Jahrhundert (Walgsee, Walichsee) häufig, jedoch irrigerweise gleichbedeutend mit Waldsee gefunden oder von vallis (Talsee) abgeleitet. Walchsee war aber ein "vicus Romanicus" (Römeransiedlung), die in Alpengegenden noch von Römern und deren Abkömmlingen (altdeutsch Wallen, Walchen genannt) bewohnt wurden. Die erste Erwähnung von Walchsee enthält eine Urkunde von Papst Eugen III vom Jahr 1151, mit welcher die Besitzungen des Klosters Rott (bei Rosenheim) festgehalten und dabei auch die Orte Wachreine, Durholz und Walshe genannt wurden. Im Jahre 1749 wurde am Ölberg, bei der jetzigen Sedlmayr-Villa, eine Schule und gleichzeitig eine Eremitenbehausung erbaut, in welcher die frommen Einsiedler den Schuldienst versahen. Die Felsen hinter der Sedlmayr-Kapelle zeigen noch die höhlenartige Vertiefung in der die Eremitage (Nachahmung einer Einsiedelei, Grotte) bestand. 1853 wurde die alte Eremitage aufgelassen.
Walchsee aus der Fliegerperspektive um 1938
nach 1900: Walchsee ist von den großen und einschneidenden weltgeschichtlichen Ereignissen verschont geblieben. Die Römer beschränkten sich auf die große Straße durch das Inntal. Außer durch gelegentliche Brände blieb das Gebiet bis noch vor 70 Jahren ein unberührtes Idyll. Durch Tourismus, Straßenbau und die Initiative seiner Bewohner entwickelte sich der Ort zu einem aufstrebenden und viel besuchten Urlaubsdomizil.
Walchsee ist stark touristisch geprägt, daneben erfuhr die Gemeinde
in den letzten Jahrzehnten eine große Siedlungsentwicklung, die sich
neben dem Hauptort auch auf die umliegenden Weiler konzentriert.
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